160-Stunden-Praktikum und 6-Monats-Praktikum

Das 160-Stunden-Praktikum

Während des Lehrgangs erfolgt außerhalb der Unterrichtszeiten ein 160 Stunden umfassendes Praktikum in einer Apotheke. Es soll den Schülern Einblicke in den Betriebsablauf einer Apotheke und die pharmazeutischen Tätigkeiten vermitteln und in Abschnitten von mindestens fünf zusammenhängenden Tagen abgeleistet werden. Dieses Praktikum kann frühestens im August vor dem Beginn der Schulausbildung absolviert werden, wobei hier maximal eine Woche abgeleistet werden sollte.

Für Apothekenhelferinnen und PKAs ist das 160-Stunden-Praktikum nicht erforderlich.

Über die Praktikumsinhalte werden keine weitergehenden Angaben gemacht. Demnach steht es dem Apothekenleiter frei, wie er den Schüler beschäftigt. Dieser kann mit pharmazeutischen Tätigkeiten beauftragt werden, jedoch muss sichergestellt sein, dass er unter ständiger Aufsicht arbeitet.

Folgende Vorschläge für eine Beschäftigung im Rahmen des 160-stündigen Praktikums sollen als Hilfestellung bei der Einteilung der einzelnen Tätigkeiten dienen (Quelle: PTA-Schule Augsburg):

  • 1. Woche – Mitarbeit bei der Warenbearbeitung

    • Kennenlernen unterschiedlicher Bestellmöglichkeiten (Großhandel, Direktbelieferung, Import)
    • Warenannahme
    • Überprüfen der Beschaffenheit, Art, Menge und Preis der eingehenden Ware
    • Erfassen der Wareneingänge
    • Verfalldaten kontrollieren
    • Lagerung der Waren unter Beachtung apotheken- und arzneimittelrechtlicher Vorschriften sowie warenspezifischer Erfordernisse
    • Dokumentation entsprechender Arzneimittel (z. B. Importarzneimittel, Blutprodukte)
  • 2. Woche – Mitarbeit in Rezeptur und Defektur

    Vertiefen der in der ersten Woche durchgeführten Arbeiten
    • Teemischungen herstellen
    • Drogen und Flüssigkeiten abfassen, beschriften und dokumentieren
    • Arbeitsgeräte kennen lernen, pflegen und instandhalten
    • Standgefäße erklären
    • Individualrezepturen nach ärztlicher Verordnung besprechen
  • 3. Woche – Mitarbeit bei der Prüfung von Fertigarzneimitteln und Ausgangsstoffen

    Vertiefen der in der ersten und zweiten Woche durchgeführten Arbeiten
    • Prüfung von Fertigarzneimitteln und Dokumentation der Ergebnisse
    • Umgang mit Arzneibüchern und anderen Fachbüchern für das Labor (z.B. apothekengerechte Prüfvorschriften)
    • Prüfung von Ausgangsstoffen nach geltenden Vorschriften, Dokumentation der Ergebnisse
  • 4. Woche – Mitarbeit bei der Bearbeitung von Rezepten

    Vertiefen der bisherigen Kenntnisse und Fertigkeiten
    • Rezeptarten kennen lernen
    • Rezepte auf Vollständigkeit der Angaben überprüfen
    • Verordnungen zusammenstellen
    • Arzneiformen kennen lernen
    • Arbeiten mit Fachliteratur und Datenträgern
    • Beschaffung von Informationen zu Arzneimitteln

Die Teilnahmebestätigung

Über die regelmäßige Teilnahme wird eine Bescheinigung ausgestellt. Dieses Praktikum ist nicht erforderlich für Apothekenhelferinnen und PKAs.

Das 6-Monatspraktikum

Nach der Schulausbildung und dem bestandenen ersten Abschnitt der stattlichen Prüfung, erfolgt eine halbjährige Ausbildung in einer Apotheke. Die praktische Ausbildung dient der Vorbereitung auf den zweiten Abschnitt der staatlichen Prüfung und darf nur Tätigkeiten umfassen, die die Ausbildung fördern!

Außerdem muss der Umgang mit Kunden erlernt werden. Die Kenntnisse über Arzneimittel sollen über den Umfang des Unterrichtes in "Arzneimittelkunde" hinaus erweitert werden.

Diese Ausbildung umfasst folgende Lerngebiete:

  • Rechtsvorschriften über den Apothekenbetrieb sowie über den Verkehr mit Arzneimitteln, Betäubungsmitteln und Gefahrstoffen, soweit sie die Tätigkeit des pharmazeutisch-technischen Assistenten berühren.
  • Fertigarzneimittel, deren Anwendungsgebiete sowie ordnungsgemäße Lagerung.
  • Gefahren bei der Anwendung von Arzneimitteln.
  • Merkmale eines Arzneimittelmissbrauchs und einer Arzneimittelabhängigkeit.
  • Notfallarzneimittel nach den Anlagen 3 und 4 der Apothekenbetriebsordnung.
  • Prüfung von Arzneimitteln, Arzneistoffen und Hilfsstoffen in der Apotheke.
  • Herstellung von Arzneimitteln in der Apotheke.
  • Ausführung ärztlicher Verschreibungen.
  • Beschaffung von Informationen über Arzneimittel und apothekenübliche Waren unter Nutzung wissenschaftlicher und sonstiger Nachschlagewerke einschließlich EDV-gestützter Arzneimittelinformationssysteme.
  • Berechnung der Preise von Fertigarzneimitteln, Teilmengen eines Fertigarzneimittels, Rezepturarzneimitteln sowie apothekenüblichen Medizinprodukten.
  • Informationen bei der Abgabe von Arzneimitteln, insbesondere über die Anwendung und die ordnungsgemäße Aufbewahrung sowie Gefahrenhinweise.
  • Aufzeichnungen nach § 22 der Apothekenbetriebsordnung.
  • Apothekenübliche Waren, insbesondere diätetische Lebensmittel, Mittel der Säuglings- und Kinderernährung, Mittel und Gegenstände der Körperpflege, Verbandstoffe und andere apothekenübliche Medizinprodukte sowie die Beratung zur sachgerechten Anwendung dieser Waren.
  • Umweltgerechte Entsorgung von Arzneimitteln, Chemikalien, Medizinprodukten und Verpackungen sowie rationale Energie- und Materialverwendung.

Die Führung eines Tagebuchs

Die Praktikanten erstellen während der praktischen Ausbildung ein "Tagebuch". Dieses enthält die Beschreibung von:

4 - Arzneimittelherstellungen
4 - Arzneimittelprüfungen und
2 - weiteren Gebieten der praktischen Ausbildung

Die Teilnahmebestätigung

Über die regelmäßige Teilnahme an der praktischen Ausbildung wird eine Bescheinigung ausgestellt.


 

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